Der Halloweenstreich

Mike war vor ein paar Monaten erst zwölf geworden und freute sich schon riesig auf das kommende Wochenende. Endlich Halloween. Endlich ohne Eltern!

Thema: Halloween, Herbst, Streich, Verantwortung

Geschichte:

Der Halloweenstreich

Mike war vor ein paar Monaten erst zwölf geworden und freute sich schon riesig auf das kommende Wochenende. Endlich zwölf. Für ihn bedeutete das, dass er dieses Halloween zum ersten Mal ohne seine Eltern um die Häuser ziehen durfte. Natürlich nur bis zehn Uhr abends, aber das reichte schon. So konnten er und seine Freunde Halloween endlich mal so richtig genießen. Die letzten Jahre war immer mindestens ein Erwachsener dabei gewesen, der dafür gesorgt hatte, dass sich alle gut benahmen. Aber das war irgendwie langweilig gewesen. Jedenfalls, wenn er den Erzählungen älterer Mitschüler zuhörte, machte Halloween ohne Eltern viel mehr Spaß. Besonders dann, wenn jemand einem keine Süßigkeiten geben wollte. „Süßes oder Saures“, und auf das „Saure“ freute sich Mike dieses Jahr ganz besonders.

Seit Monaten plante er alles ganz genau. Seine vier Freunde halfen natürlich fleißig mit. Jeder von ihnen ließ immer mal wieder eine Rolle Klopapier, das ein oder andere Ei, die fast aufgebrauchte Senftube usw. verschwinden. Keiner durfte sich erwischen lassen. Sonst wäre der Halloweenspaß, alleine um die Häuser zu ziehen, schnell vorbei. Sie durften nur alleine unterwegs sein, wenn sie bei anderen keinen Schaden anrichteten. Das Wort „Schaden“, schien Mike an Halloween relativ. Immerhin spielten doch so viele Kinder den Erwachsenen Streiche. Dass  diese das oft nicht lustig fanden, war ja nicht die Schuld der Kinder.

Seinen kleinen Vorrat brachte Mike immer mit zur Schule und gab ihn dort gleich an Max weiter. Der hatte eine kleine Holzhütte bei sich im Garten, wo er die Sachen gut vor seinen Eltern verstecken konnte. Ganz aufgeregt zählte Mike schon die Tage bis Halloween. In diesen Tagen war sein Benehmen auch tadellos, er ließ sich nicht einmal mehr fehlende Hausaufgaben zu Schulden kommen. Um nichts auf der Welt wollte er es riskieren, dass seine Eltern ihm zum Schluss doch noch verboten an Halloween allein auf die Straße zu gehen.

Und dann war endlich Halloween. Die fünf Freunde trafen sich schon am späten Nachmittag bei Max zu Hause, um ihre Route und alles weitere zu besprechen. Hier hatten sie ja auch alles „Material“ für das „Saure“ versteckt. Voller Stolz hatte Mike seinen Eltern beim Gehen noch den leeren Rucksack präsentiert. Diese waren damit vollständig zufrieden gewesen. Sein Vater hatte ihm nur noch nachgerufen „Um Punkt 22 Uhr bist du aber wieder zu Hause“.

Mike hatte nur ein „Ja, ja“ vor sich hin gerufen. Er würde die Uhr schon im Auge behalten, aber sollte es sehr viel Spaß machen und doch später werden, was sollten seine Eltern schon tun. Immerhin wussten sie ja nicht, wo er mit seinen Freunden überall unterwegs sein würde.

Als es anfing zu dämmern, machte sich die Gruppe auf den Weg. Max lenkte seine Eltern ab, während der Rest heimlich die gebunkerten Sachen aus der kleinen Holzhütte holte. Alle Rucksäcke waren gut gefüllt und die Jungs schon ganz gespannt darauf, dass sie ihren ersten Streich spielen durften. Natürlich hatten sie auch eine Tasche für Süßigkeiten dabei. Ohne wollten sie auch nicht wieder nach Hause gehen.

So zogen die fünf los. Sie suchten Häuser aus, die nicht zu nahe an ihrem Wohnviertel lagen. Unter den Masken konnte sie zwar niemand erkennen, aber sie wollten kein Risiko eingehen.

Wie hatte ein älterer Schüler gemeint? „Aber lasst euch bloß nicht erwischen. Am besten sorgt ihr dafür, dass man euch gar nicht erst erkennt“.

Diesen Rat hatten alle fünf brav befolgt. Mikes Herz pochte wie wild als er am ersten Haus klingelte. Die Tür ging auf und eine Frau Mitte vierzig kam heraus. „Süßes oder Saures!“, riefen die Jungs im Chor. Die Frau lachte und holte eine Schüssel mit Süßigkeiten heraus, aus der sich jeder etwas nehmen durfte.

Auf zum nächsten Haus. So ging es Haus um Haus weiter. An jeder Haustür wurden sie freundlich empfangen und bekamen jedes Mal eine Menge Süßigkeiten. Niemand wollte „Saures“ haben, jeder gab ihnen „Süßes“. Etwas enttäuscht von den vielen Süßigkeiten gingen sie weiter. Als bei einem Haus dann endlich niemand aufmachte, wollte Hannes schon die Eier rausholen. Mike hielt ihn aber auf. „Das kannst du nicht machen da brennt gar kein Licht“, sagte er energisch. Natürlich wollte er genauso gerne wie der Rest seiner Freunde endlich die schwere Last seines Rucksacks loswerden und den Spaß haben, Dinge auf Häuser zu werfen. Aber hier war niemand zuhause, das wäre nicht richtig gewesen. Hannes packte das Ei wieder ein und sie gingen weiter.

Kurz bevor sie schon soweit waren die ganze Sache aufzugeben, kamen sie an ein kleines Häuschen, dessen Garten schon recht verwildert aussah. „Ob hier überhaupt jemand wohnt“, überlegte Max laut. „Da brennt Licht, also los!“, rief Hannes und sie gingen die Treppe hinauf um zu klingeln. Nichts passierte. Sie klingelten ein weiteres Mal und wieder machte niemand auf. Mike wollte die Klingel erneut betätigen, da hörte er einen Schlag. Hannes hatte das erste Ei auf eines der Fenster geworfen. Und mit einem Mal machten alle mit. Mikes schlechtes Gewissen regte sich, aber derjenige, der hier wohnte, hatte nicht aufgemacht und damit „Saures“ verdient. Sie warfen Eier und Klopapier auf das Haus, schmierten Senf auf die Fenster und lachten dabei ausgiebig. Das Ganze machte ihnen solchen Spaß, dass sie an keinem weiteren Haus mehr klingelten. Alles, was sie noch dabei hatten, wurde wahllos auf alle kommenden Häuser, Autos und Straßen geworfen.

Nach dieser Aktion kam Mike viel zu spät nach Hause. Sein Vater wartete schon im Hausflur auf ihn. „Hausarrest, für die nächste Woche und jetzt mach das du auf dein Zimmer kommst. Die Süßigkeiten kannst du gleich hierlassen“. Mike wollte widersprechen, wagte es bei dem wütenden Blick seines Vaters dann aber doch nicht und ging wortlos auf sein Zimmer.

In seinem Zimmer angekommen, knurrte sein Magen. Er hätte das auch voraussehen und ein paar Süßigkeiten in seine Tasche stecken können. Jetzt war es schon zu spät. Verärgert fiel er auf sein Bett und schlief sofort ein.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht wachte er am nächsten Morgen auf. Der Abend hatte wirklich viel Spaß gemacht und er freute sich schon auf nächstes Jahr. Da würden sie dann auf die Süßigkeiten verzichten und von Anfang an einfach nur Spaß haben. Bei dem Gedanken wurde sein Grinsen nur noch breiter.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht kam er ins Esszimmer. „Diese Kinder sind wirklich unverschämt. Die arme Frau“, hörte er seine Mutter gerade sagen. „Wenn ich dich je bei solchen Randalespielchen erwische…“, dabei hielt sein Vater drohend den Zeigefinger in die Höhe, „Ist Hausarrest dein kleinstes Problem“. Mikes gute Laune war dahin. Er konnte nur noch hoffen, dass seine Eltern nie dahinterkommen würden, was er und seine Freunde am Abend so alles angestellt hatten.

Da Halloween dieses Jahr auf ein Wochenende gefallen war, hatte er bald schon wieder Schule. In der Pause trafen sich mehrere Schüler um über ihre Halloweenstreiche zu reden.

Mike fühlte sich etwas unwohl, als er sah, mit welcher Begeisterung seine Freunde von den Dingen erzählten, die sie angestellt hatten.

Diese Kinder sind wirklich unverschämt. Die arme Frau“, mit einem Mal fielen Mike die Worte seiner Mutter wieder ein und er bekam ein schlechtes Gewissen. Da schlug Hannes vor, dass sie doch einen Umweg über das Viertel machen könnten, wo sie gewütet hatten. Er wollte sehen, ob das Chaos immer noch da war und es bei Tag bewundern. Der Grund für den Umweg gefiel Mike zwar nicht, aber er wäre diesen Weg heute ohnehin gegangen, also stimmte er zu.

Die Straße, Häuser und Autos waren bis auf ein paar wenige schon wieder gesäubert worden. Hannes war die Enttäuschung sichtlich anzusehen. Bis er das kleine Haus erblickte.

Mike bekam einen Schreck. Er hatte gar nicht bemerkt, was für ein Chaos sie hier angerichtet hatten. In dem Garten vor dem Haus lag überall Klopapier herum.  Auch die Veranda vor dem Haus war voll davon. Es klebte wegen der Eier und dem Senf auch teilweise an den Fenstern und den Hauswänden. Man konnte die Stufen und die Haustür kaum noch sehen. Mikes schlechtes Gewissen wurde mit einem Schlag riesengroß.

Er wollte nur etwas Spaß haben, aber was dabei herausgekommen war, glich einer reinen Katastrophe. Die Person, welche dort wohnte, musste stinksauer sein. In diesem Moment sah Mike ein, dass die Woche Hausarrest, die er bekommen hatte, mehr als nur verdient war. Eigentlich müsste seine Strafe viel größer sein.

In dieser Nacht konnte er nicht ruhig schlafen. Ständig hatte er das Bild des Hauses vor sich.

Warum hatte noch niemand damit begonnen, alles wegzuräumen, so wie bei den anderen Häusern? Dann hätte er diese Katastrophe gar nicht erst sehen müssen.

Am nächsten Tag nach der Schule ging er wieder an dem Haus vorbei. Es sah immer noch so aus, wie am Vortag. Verstohlen blickte Mike sich um. Dann ging er schnell auf das Grundstück, sammelte etwas von dem Klopapier ein und ging schnell wieder weiter. Das machte er die ganze Woche so, bis zumindest der Garten wieder sauber war.

Als er sich dann am Samstag, während seine Eltern einkaufen waren, aus dem Haus schlich, um weiteres Klopapier zu beseitigen, sah er eine ältere Frau auf der Veranda. Sie versuchte, die Treppen hinunter zu kommen. Mike überlegte nicht lange, rannte zu ihr hin und beseitigte das Klopapier von der Treppe. Dabei fielen ihm zwei Rampen auf. Als er aufblickte, sah er vor sich eine Frau, die im Rollstuhl saß. „Darf ich Ihnen helfen“, fragte er, während sein schlechtes Gewissen noch größer wurde. Die Frau konnte sicher nicht so schnell zur Tür kommen und in ihrer Verfassung auch nicht den ganzen Dreck wegräumen. Er wartete ihre Antwort gar nicht erst ab, ließ das Klopapier auf die Seite fallen, stieg die Stufen hoch und half ihr mit dem Rollstuhl die Rampe hinunter.

„Vielen Dank, du bist ein guter Junge“. Als Mike das hörte, dachte er, dass sein schlechtes Gewissen unmöglich noch weiterwachsen könnte. Die Frau griff an die Räder des Rollstuhls und begann den Rollstuhl anzuschieben. Schnell stellte Mike sich vor sie. „Wohin möchten sie denn? Ich habe Zeit und würde ihnen gerne helfen“. Die Frau schaute ihn erst etwas nachdenklich an, dann lächelte sie. „Zum Einkaufen“.

Mike war etwas verdutzt, dass die alte Frau tatsächlich alleine einkaufen ging. Der Dorfladen war zwar nicht allzu weit weg, aber in einem Rollstuhl auch nicht so leicht zu erreichen. Er ging hinter den Rollstuhl und begann die Frau anzuschieben. Für einen Zwölfjährigen gar nicht so einfach, aber er wollte den Schaden, den er verursacht hatte, irgendwie wieder gut machen. Also schob er die Frau zum Einkaufen und half ihr dabei, die benötigten Sachen aus den Regalen zu nehmen und trug ihr den Einkauf auch nach Hause.

Gerade als Mike sich verabschieden wollte, sah er, dass an den Rädern des Rollstuhls Senf klebte. Warum muss es immer noch schlimmer werden, fragte er sich, während er sich vor die alte Frau stellte, als diese in Richtung Tür rollte. „Was hast du denn? Ach ja!“. Sie öffnete ihren Geldbeutel und hielt Mike einen fünf Euroschein hin. „Danke für deine Hilfe“. Mike schüttelte den Kopf und zeigte auf die Räder. „Die sind ganz schmutzig. Haben sie irgendwo einen Schwamm?“. Er konnte selbst kaum glauben, was er da sagte. Der alten Frau schien es genauso zu gehen. Sie runzelte die Stirn, schloss dann aber die Haustür auf und sagte: „Hinten links in der Küche auf der Spüle“.

Mike ging ins Haus und holte einen Schwamm. Da er nicht wusste, wo die Eimer standen und er schon viel zu nervös war, um danach zu fragen, musste er immer wieder in die Küche ans Waschbecken gehen, um den Schwamm zu säubern. „So fertig“, sagte er nach einer Weile stolz. Die Frau hielt ihm wieder die fünf Euro hin. Doch Mike schüttelte den Kopf. Daraufhin packte sie seine Hand so schnell, dass er gar nicht mehr reagieren konnte, drückte den fünf Euroschein hinein und schloss sie ihm. Sie umklammerte dabei seine Hand mit beiden Händen, sah ihm in die Augen und sagte: „Du bist ein wirklich guter Junge.“

Mike stiegen die Tränen in die Augen und er rannte wortlos davon.

Zuhause angekommen, waren seine Eltern natürlich längst wieder da. Mike hatte sich schon auf eine Predigt eingestellt, doch keiner der beiden sagte auch nur ein Wort. Überrascht stand er regungslos da, ehe er schnell in sein Zimmer verschwand. Bevor es sich seine Eltern doch noch anders überlegten. Kaum war die Zimmertür zu, liefen ihm auch schon die Tränen über das Gesicht. Wie konnte diese Frau ihm sagen, dass er ein wirklich guter Junge war, wo er doch so großen Schaden angerichtet hatte? So großzügige Worte von einer Frau, die körperlich so eingeschränkt ist, dass sie das Chaos nie hätte alleine beseitigen können, trafen ihn tief ins Herz. Er hatte die Wohnung der alten Frau ja gesehen. Es war bei ihr nicht wirklich unordentlich, aber etwas Staubwischen oder Staubsaugen würde sicher nicht schaden.

Am nächsten Morgen war Mike fest entschlossen, für seine Fehler die volle Verantwortung zu übernehmen. Er suchte Eimer und Putzzeug zusammen und machte sich bereit das Haus zu verlassen. „Ich geh dann mal“. Innerlich wappnete er sich schon für eine Diskussion mit seinen Eltern. Sein Hausarrest war immerhin noch nicht vorbei. Doch sein Vater schaute noch nicht einmal von seiner Zeitung auf. „Viel Spaß“, war alles, was er zu hören bekam.

Da begriff Mike plötzlich, dass seine Eltern ihn gestern mit der alten Frau beim Einkaufen gesehen haben mussten und ahnten, was er vorhatte.

Er wusste noch nicht so recht, wie er damit umgehen sollte, aber jetzt hatte er erst einmal wichtigeres zu tun. So früh am Morgen waren kaum Menschen auf der Straße und er begegnete kaum jemandem auf dem Weg zum Haus. Unsicher, ob die alte Frau schon wach war, begann er, ohne zu klingeln, die Veranda zu putzen. Dafür hatte er auch extra den Eimer zu Hause schon mit Wasser gefüllt. 

Als er bei den Fenstern ankam, ging die Haustür auf und die alte Frau rollte mit ihrem Rollstuhl auf die Veranda hinaus. In der Hand hatte sie eine dampfende Tasse. „Mach mal eine kleine Pause. Dann kannst du dir die kleine Trittleiter von drinnen holen, sonst kommst du da ja nie rauf“. Sie zeigte mit einer Kopfbewegung auf die oberen Ecken der Fenster. Etwas unsicher nahm Mike die Tasse entgegen. „Danke“. Freudig stellte er fest, dass es sich dabei um heiße Schokolade handelte, mit Sahne und Schokostreuseln oben drauf. Er nahm auf der Bank Platz, auf der er eben noch gestanden hatte und trank die Tasse genüsslich leer.

Dankend gab er der alten Frau die Tasse zurück, lief schnell ins Haus, um die Leiter zu holen und machte sich mit neuer Energie und guter Laune weiter an die Arbeit.

Es dauerte bis zum späten Nachmittag bis die gesamte Veranda, der Rasen, Fenster und Tür wieder ganz sauber waren. Da hatten er und seine Freunde wirklich ein ordentliches Chaos angerichtet. „Komm rein“, riss ihn die Stimme der alten Frau aus seinen Gedanken. Er folgte ihr ins Haus bis in die Küche. Auf dem Tisch stand ein lecker aussehender Kuchen.

„Setz dich Junge“.

Als Mike klar wurde, dass er den Kuchen als Belohnung bekommen sollte, meldete sich sofort sein schlechtes Gewissen wieder. „Tut mir leid das kann ich nicht annehmen“, sagte er, und trat nervös von einem Bein auf das andere. „Ich habe den ganzen Schaden da draußen angerichtet, also musste ich ihn wieder beseitigen. Es tut mir leid“. Er wandte sich um zum Gehen. „Setz dich Junge“, forderte ihn die alte Frau erneut auf und diesmal mit einem etwas strengeren Unterton. Unsicher wie er sich jetzt verhalten sollte, nahm Mike der alten Frau gegenüber auf einem Stuhl Platz und sah zu, wie sie ihm ein Stück Käsekuchen auf einen Teller legte und diesen herüberreichte. Als Mike zögerte, den Kuchen anzurühren, sagte die alte Frau. „Du warst an dem Abend nicht allein, aber du bist allein zurückgekommen. Und jetzt iss ruhig deinen Kuchen“.

Langsam begann Mike zu verstehen. Ja er hatte den Schaden nicht alleine angerichtet, aber er war der einzige von ihnen fünf gewesen, der ein so schlechtes Gewissen hatte, dass er zurückgekommen war, um seinen Dreck und auch noch den der anderen zu beseitigen.

„Der Kuchen ist lecker“, sagte er mit einem Grinsen im Gesicht. Mit einem Mal hatte er das Gefühl, dass er den Kuchen doch irgendwie verdient hatte.

Als er sich von der alten Frau verabschiedete sagte er mit einem Grinsen: „Morgen putz ich die Fenster noch von innen“ und ging dann gut gelaunt nach Hause. Noch am Küchentisch hatte er für sich beschlossen, die alte Frau auch weiterhin beim Rasenmähen oder ähnlichem zu unterstützen.

Zuhause angekommen warteten seine Eltern bereits mit dem Abendessen auf ihn. Niemand sagte ein Wort bis alle gegessen und den Tisch abgeräumt hatten. Dann saßen sie noch mal zusammen und sein Vater fragte „Und?“. Mike grinste ihn verlegen an. „Dieses Jahr war mein erstes und letztes Mal mit Süßes oder Saures“. Seine Mutter schaute ihn überrascht an. „Du willst ganz auf Halloween verzichten?“. Mike schüttelte den Kopf. „Nein, aber auf diese Art von Halloween“. Seine Eltern schauten sich mit großen Fragezeichen in den Augen an. Doch Mike verschwand einfach grinsend in seinem Zimmer ohne ihnen seine Worte näher zu erklären.

Im Jahr darauf war er an Halloween schon früh morgens unterwegs. Er hatte den Rasen der alten Frau noch einmal gemäht. Dann hatte er den Garten und die Veranda nett dekoriert. Auf der Verandabank lag schon ein Stapel Teppiche bereit und davor stand ein kleiner Tisch mit einer großen Schüssel Süßigkeiten und warmen Getränken.

Als es Abend wurde, half Mike der alten Frau aus ihrem Rollstuhl auf die Bank und beide warteten gespannt auf die ersten Kinder. Währenddessen unterhielten sie sich miteinander oder schauten einfach nur still in den Sternenhimmel.

Von der Halloweendekoration begeistert kamen viele Kinder angelaufen. Mit ihren Süßigkeiten in den Tüten, rannten sie noch fröhlicher wieder davon. Später am Abend sah Mike auch seine Freunde mit ihren Rucksäcken vorbeilaufen. Für einen Moment schien es so, als ob sie überlegen würden, das Haus wieder zu bewerfen. Als sie Mike sahen, gingen sie aber schnell weiter. So ein friedliches und harmonisches Halloween gefiel Mike wirklich viel besser. Von da an verbrachte er alle weiteren Halloweens auf diese Weise und niemand hatte es seither je wieder gewagt, das Haus der alten Frau an Halloween mit Sachen zu bewerfen.

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