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Thema: Ostern, Ostereier, Küken

Geschichte:

Das kleine Küken, das nichts wusste

Das kleine Küken Mira wurde kurz vor Ostern geboren. Ihre Eltern hatten sie täglich umsorgt und waren immer zur Stelle, wenn ihr etwas fehlte. Sie war es gewohnt, immer im Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit zu stehen.

Doch kurz vor Ostern änderte sich plötzlich alles. Mira bekam ihre Eltern kaum noch zu Gesicht und war ständig bei ihren Großeltern, welche ihr aber nicht die Aufmerksamkeit schenkten, welche sie wollte. Wenn sie etwas zu erzählen hatte, sagte die Großmutter: „Nicht jetzt, hilf mir lieber mal eben beim Abwaschen.“

Einmal war Mira sehr stolz darauf, dass sie gelernt hatte auf den untersten Ast des Flieders zu fliegen. Doch ihre Mutter schaute gar nicht richtig zu und hatte keine Zeit. Abends sollte sie jetzt alleine ihren Schnabel putzen und bekam nur noch ein Lied zum Einschlafen vorgesungen.

Mira war sehr traurig und dachte, dass sie keiner mehr mag. Sie
wollte nicht einmal mehr mit den anderen Küken spielen. Alles,
woran sie dachte, war, wie sie die Aufmerksamkeit ihrer Eltern
zurückgewinnen konnte. Sie fing an, den Tagesablauf ihrer Eltern
zu beobachten und stellte sich ihnen wo es nur ging in den Weg.
Sie hüpfte und flatterte vor ihren Augen herum, so hoch sie
konnte. Sie gackerte so laut es nur ging. Ganz nach dem Motto
„Hier bin ich, seht mich an“.
Einmal hatte ihre Mutter dabei drei frisch gelegte Eier zerbrochen,
weil sie fast über Mira gestolpert wäre, welche ihr direkt vor die
Füße gesprungen war. Mira konnte den Ärger ihrer Mutter nicht
verstehen. Im Gegenteil sie war selbst noch verärgert darüber,
dass ihre Mutter sie nicht verstand und ihr kaum noch Beachtung
schenkte.

Am Tag vor Ostern kam ihre Großmutter herbei, nahm Mira
wortlos bei der Hand und führte sie zu einem Gebäude, in dem
Miras Eltern immer verschwanden. Sie selbst hatte es aber noch
nie geschafft, sich dort hineinzuschleichen. Mit einem Ruck zog
ihre Großmutter sie zur Seite, als ein Huhn mit frischen Eiern
herbeigeeilt kam. „Wenn du dich benimmst, wirst du bald merken
wie wunderbar diese Tage sind“, sprach ihre Großmutter in einem
freundlichen aber auch strengen Ton. Mira dachte jedoch nur
daran, da drin ihre Eltern zu finden und dafür zu sorgen, dass
alles wieder wie früher wird. „Diese Tage sind bislang die
schlimmsten meines Lebens, wie sollen sie also jemals
wunderbar werden?,“ dachte sie. Mira nickte jedoch freundlich
damit ihre Großmutter keinen Verdacht schöpfte und versprach
somit, sich zu benehmen.

Die zusammengekniffenen Augen ihrer Großmutter verrieten
jedoch, dass sie es sich besser dreimal überlegen sollte heute
wieder Ärger zu verursachen. Trotzdem noch fest entschlossen,
die Aufmerksamkeit ihrer Eltern schnellstmöglich
zurückzugewinnen, betrat sie mit ihrer Großmutter das Gebäude.
Mira wollte sofort losrennen und ihre Eltern suchen. Doch als sie
das Innere des Gebäudes sah, kam sie aus dem Staunen nicht
mehr heraus. Dort standen riesige Farbtöpfe, in die Eier getaucht
wurden und zu beiden Seiten saßen Hähne und Hennen, welche
mit Pinseln Eier in den schönsten Farben und Mustern bemalten.
Mira war so fasziniert, dass sie sich das unbedingt aus der Nähe
ansehen wollte. Erst auf halbem Weg hatte sie bemerkt, dass sie
sich bewegt und ihre Großmutter losgelassen hatte. Da stolperte
ihre Mutter auch schon wieder fast über sie. „Mira ich habe keine
Zeit und du hast hier auch nichts zu suchen“. Ihre Mutter eilte
schon weiter, während Mira nur ein gemurmeltes „Aha“
herausbrachte. Nach einigen Metern drehte ihre Mutter sich noch
einmal um und sah, wie Mira völlig gebannt den Pinselstrichen
eines jungen Hahns folgte. „Schön nicht,“ sagte ihre Großmutter.
Da war das Ei auch schon fertig und plötzlich weg. Mira schaute
völlig verdutzt einer Henne hinterher, welche alle fertig bemalten
Eier einsammelte. Noch ehe ihre Großmutter reagieren konnte,
rannte Mira der Henne hinterher. Nur das sie dieses Mal
versuchte, dabei keinem im Weg zu stehen und den
reibungslosen Ablauf nicht zu stören. Die Henne eilte zu einem
großen offenen Raum, in dem sich bestimmt hunderte von Eiern
in den verschiedensten Farben und Mustern befanden.
„Was passiert mit den vielen bemalten Eiern?“, fragte sie als ihre
Großmutter, leicht außer Atem, neben ihr auftauchte. „Das, meine
Kleine, erfährst du morgen, lass uns jetzt gehen“. Mira verzog
widerwillig die Lippen und verschränkte die Flügel vor der Brust.
Es passte ihr gar nicht, dass sie nun noch bis morgen warten
sollte, wo sie doch jetzt gleich eine Antwort haben wollte.
Immerhin war es auch noch nicht einmal Mittag und somit bis
morgen noch lange hin. Widerwillig ging sie dann aber doch mit.
Den restlichen Tag saß das kleine Küken auf einer Bank und
beobachtete das Haus in der Hoffnung, auch ohne ihre
Großmutter herauszufinden was mit den bunten Eiern passieren
würde. Dabei achtete sie allerdings darauf, keinen Ärger zu
verursachen. Ihre Eltern behielten sie trotzdem immer genau im
Blick. Mira konnte das jetzt auch verstehen, ihr tat es leid, dass es
wegen ihr nun drei Eier weniger gab. Hätte sie das nur früher
gewusst! Ungeduldig aber doch ruhig wartete und wartete sie, bis
ihre Großmutter sie zum Abendessen rief. Nicht dass Mira in
dieser Nacht viel schlafen konnte.

Am nächsten Morgen war sie als erste wach und wollte gleich aus
dem Haus. Doch ihre Großmutter hatte in weiser Voraussicht
schon die Haustür abgeschlossen. Für einen kurzen Moment
überlegte Mira, ob sie nicht versuchen sollte, durch eines der
Fenster zu fliegen. Doch dann fiel ihr wieder der wütende
Gesichtsausdruck ihrer Mutter über die zerbrochenen Eier ein und
sie ließ es lieber bleiben. Ungeduldig zappelnd wartete sie am
Esstisch bis ihre Großmutter wach war. Das Frühstück hatte sie
noch nie so schnell hinuntergeschlungen. Genutzt hatte es
allerdings nichts, denn ihre Großmutter ließ sich wie immer viel
Zeit beim Frühstücken. Mira platzte schon fast vor Ungeduld,
aber sie wartete brav weiter bis alle vom Tisch aufgestanden waren.
Endlich erbarmte ihre Großmutter sich und schloss die Haustür
auf.

Draußen herrschte ein reges Treiben. Überall waren große,
behaarte Tiere mit langen Ohren, welche Mira noch nie gesehen
hatte. „Hasen“, sagte ihre Großmutter, noch ehe Mira fragen
konnte „Genauer gesagt Osterhasen“. Sie nahm Mira bei der
Hand und führte sie zu dem Gebäude, in dem die Eier bemalt
wurden. Wo weiter vorne noch ein heilloses Chaos an Hasen und
Hühnern herrschte, war hier eine Ordnung zu sehen, die Mira
mehr als erstaunte. Die Hühner reichten die Eier in Reih und Glied
nach draußen und befüllten die Körbe der Hasen, welche sich
auch in einer geordneten Reihe aufgestellt hatten.
Völlig gebannt von dieser reibungslosen Zusammenarbeit stand
Mira einfach nur mit offenem Mund da und kam nicht mehr aus
dem Staunen heraus. Erst als ihre Großmutter sie leicht am Arm
zog, wachte sie aus ihrer Starre auf und folgte dieser in die nahe
gelegenen Büsche. Dort konnte sie zwei Hasen beobachten,
welche gerade ein Nest befüllten. Ihre Oma drückte sie ein wenig
mehr auf die Seite, so dass beide das Nest zwar noch sehen
konnten, selbst aber gut versteckt waren. Ehe Mira fragen konnte,
legte ihre Großmutter die Flügelspitze an den Schnabel „Psst,
Geduld“. Mira konnte es nicht fassen. Sie hatte den ganzen
gestrigen Tag und die Nacht durch gewartet und jetzt ging das
Ganze noch weiter. Doch als sie sah, wie geduldig ihre
Großmutter dasaß, faste sie sich ein Herz und setzte sich ruhig
daneben.

Mit einem Mal drangen laute Geräusche an ihr Ohr. Ihre
Großmutter legte nur wieder lächelnd den Flügel vor den
Schnabel und Mira verstand, dass sie noch etwas Geduld haben
musste. Es war noch nicht an der Zeit. Die Geräusche um sie
herum wurden mit einem Mal immer lauter, bis Mira es als Lachen
erkennen konnte. „Ich habe etwas gefunden“, rief ein Wesen, das
Mira keinem ihr bekannten Tier zuordnen konnte.
„Menschenkinder“, flüsterte ihre Oma. „Zeig mal“, rief schon eine
zweite Stimme. Mira konnte aus ihrem Versteck zusehen wie sich
die zwei Kinder neben das Nest setzten, die Eier betrachteten und
genüsslich eines nach dem anderen aufaßen. „Auf zum nächsten“,
rief eines der Kinder und das andere lief lachend hinterher.
Miras Großmutter reichte ihr die Hand und wortlos gingen sie nach
Hause. Dort angekommen, standen auch schon ihre Eltern vor dem
Haus ihrer Großmutter und riefen den beiden entgegen „Wo wart ihr denn?“. Mira rannte den beiden entgegen, fasste jeden ihrer Elternteile
bei der Hand und sagte lachend: „Nächstes Mal helfe ich euch beim Ostereier bemalen“.

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Bastel-Idee

Bastelt euch einen Osterhasen für Zuhause. Den könnt ihr euch aufhängen oder verschenken – wichtig ist, es macht euch Spaß.


Ihr braucht dafür folgende Dinge:
Schere, Klebestift, Stifte, Tonpapier (braun, rosa, weiß), etwas Watte

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